Rückblick auf das Börsenjahr 2014

In gut zwei Wochen neigt sich das Börsenjahr 2014 dem Ende. Anleger erlebten in den vergangenen zwölf Monaten ein regelrechtes Auf und Ab.

BildHannover/Schortens, 16. Dezember. In gut zwei Wochen neigt sich das Börsenjahr 2014 dem Ende. Anleger erlebten in den vergangenen zwölf Monaten ein regelrechtes Auf und Ab. So übersprang der deutsche Leitindex Dax Mitte Juni zwar erstmals in seiner 26-jährigen Geschichte die Marke von 10.500 Punkten. Auf das ganze Jahr* gesehen beträgt das Performanceplus jedoch gerade einmal 0,4 Prozent. Deutlich positiver verlief die Entwicklung beim Dow-Jones-Index. Dieser markierte am 21. November mit 17.863,81 Punkten ebenfalls ein neues Rekordhoch. Auf Jahressicht liegt das Plus bei über vier Prozent. Im folgenden Text geben Stefan Hölscher und Wilfried Stubenrauch, Fondsmanager des global anlegenden Dachfonds S&H Globale Märkte, einen Rückblick auf das Börsenjahr 2014 und die marktprägenden Ereignisse.

„Das Marktgeschehen war in erster Linie bestimmt von niedrigen Zinsen und dem schwachen Wachstum in der Eurozone. So gab es zwar Lichtblicke in den Peripheriestaaten, die großen Staaten der EU, wie Italien, Frankreich und Deutschland brachten jedoch kaum Reformen auf den Weg. Es lässt sich somit sagen, dass sich die großen EU-Länder auf den niedrigen Zinsen ausruhen“, erklärt Hölscher. Aus Sicht seines Kollegen Stubenrauch haben erneut die USA und China die Lokomotivfunktion für die Weltwirtschaft übernommen. „Neben dem Zinsthema waren auch die geopolitischen Ereignisse, wie der Konflikt in der Ukraine sowie die Feldzüge des Islamischen Staats, prägend für die Märkte“, so Stubenrauch.

Für beide Fondsmanager überraschend verlief die Entwicklung des Ölpreises in den vergangenen Monaten. Der massive Rückgang sei nicht auf fehlende Nachfrage sondern auf ein anhaltend großes Angebot zurückzuführen. „Auch der Umgang mit Russland hat mich verwundert. Ich hätte insbesondere von Europa erwartet, dass stärker auf Diplomatie anstatt Sanktionen gesetzt wird. Diese haben negative Folgen auch für die Wirtschaft im Euroraum und waren, neben der fehlenden Reformbereitschaft in den Kernländern, ein wesentlicher Grund für die fortlaufende Korrektur des Wirtschaftswachstums in Europa. Als dritter und letzter Punkt haben mich auch die erneuten Kursanstiege bei den Bundesanleihen überrascht“, führt Hölscher aus.

Erstes Quartal*
Zum Jahresende 2013 sahen die meisten Prognosen die Aktienmärkte im Aufwärtstrend. Dass im letzten Jahr die Aktien – trotz eher rückläufiger Unternehmensgewinne – 20 Prozent Wertzuwachs verbuchen konnten, wurde dabei übersehen. Zu groß war das Vertrauen in die weltwirtschaftliche Erholung und die deutliche Ergebnissteigerung der Unternehmen.

In den ersten drei Monaten 2014 konnten Aktien weltweit nur moderat zulegen und rutschten vereinzelt sogar deutlich ins Minus. Die Renditen lang laufender Staatsanleihen gingen zurück und bescherten auf dieser Basis Investoren Gewinne bis zu vier Prozent.

Im Jahr fünf nach der Finanzkrise hat die Weltwirtschaft wieder Tritt gefasst. In den Problemländern der südlichen Eurozone zeigten sich im ersten Quartal erste positive Entwicklungen. Dennoch gab es einige Faktoren, die zu erhöhter Nervosität bei Marktteilnehmern führten. So setzte die amerikanische Notenbank FED ihren Weg des sogenannten „tapering“ fort und drosselte schrittweise die massive Geldzufuhr zur Unterstützung der Wirtschaft. Weitere Verunsicherungen resultierten aus einer schwächeren Konjunkturentwicklung in den USA, Turbulenzen in einigen Schwellenländern, die Krim-Krise sowie Zweifel am Wachstum und der Finanzstabilität Chinas.

Zweites Quartal*
Im zweiten Quartal präsentierten sich die weltweiten Aktienmärkte äußerst volatil. Während noch im März zum Teil historische Höchststände erreicht wurden, sanken die Notierungen bis Mitte April teilweise unter die Jahresanfangsstände. Verantwortlich für die negative Entwicklung waren schlechte Konjunkturdaten vor allem aus Europa. Hoffnungen über eine konjunkturelle Erholung im zweiten Halbjahr und Befürchtungen über eine Reduzierung der Liquiditätsspritzen wechselten sich ab. Dementsprechend verlief die Kursentwicklung: Bis Mitte Mai stiegen die Kurse stark an, anschließend kam es zu ebenso starken Verlusten. Zur Halbjahresbilanz notierten die europäischen Indizes nahe ihrer Jahresanfangsstände, USA und Japan lagen deutlich über dem Stand vom Beginn des Jahres – allerdings unter Inkaufnahme zum Teil deutlich negativer Währungseinflüsse.

Am 19. Juni führte eine Ankündigung von Ben Bernanke, Präsident der amerikanischen Notenbank FED, zu Turbulenzen an den Märkten. Bernanke teilte mit, im Falle einer weiteren wirtschaftlichen Erholung in den USA das monatliche Ankaufprogramm von Anleihen im Volumen von rund 85 Mrd. USD zum Jahresende hin reduzieren und Mitte 2014 komplett auslaufen lassen zu wollen. Mit ihrer Entscheidung ebnete die FED den Weg für das Ende der expansiven Geldpolitik. Dieser Prozess wirkte sich entsprechend auf die Märkte aus: In der Vergangenheit stand Liquidität nahezu unbegrenzt und beinahe kostenlos zur Verfügung. Ein Großteil dieses Geldes wurde massiv in spekulative Anlageklassen vor allem in den Schwellenländern investiert und nun zunehmend abgezogen.

Drittes Quartal*
Seit Ende Juni entwickelten sich die europäischen Aktienmärkte äußerst positiv und verbuchten Kursgewinne von bis zu 15 Prozent. Im gleichen Zeitraum konnten US-Aktien und Aktien aus den Schwellenländern nur ca. sechs Prozent zulegen (in US-Dollar gerechnet). Aus Euro-Sicht wurde diese Wertentwicklung durch den schwachen US-Dollar, der über zwei Prozent zum Euro verlor, zusätzlich beeinträchtigt.

Kurstreiber für die Aufwärtsbewegung waren vor allem Maßnahmen der Zentralbanken. Die amerikanische FED kündigte an, den Referenzzinssatz bis 2015 auf dem aktuellen Niveau von 0-0,25 Prozent zu belassen und durch zeitlich unbegrenzte Käufe von Hypothekenanleihen zusätzliche Liquidität zur Verfügung zu stellen. Die EZB hatte ebenfalls unbegrenzte Käufe von Anleihen aus den Peripherieländern angekündigt. Flankiert wurde dies durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmäßigkeit der deutschen Beteiligung am europäischen Rettungsmechanismus ESM. In der Folge hatten sich die Renditen der Euro-Krisenländer deutlich reduziert.

Die Entwicklung im dritten Quartal war hauptsächlich durch politische Entscheidungen und die massive Liquidität der Notenbanken getrieben und stand somit deutlich im Gegensatz zur wirtschaftlichen Entwicklung. Immer stärker zeigten sich die Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise auf das Wachstum der Weltwirtschaft. Deutsche Unternehmen blickten zunehmend skeptischer in die Zukunft, wie sich am IFO-Geschäftsklima Index zeigte: Seit Mai ging er jeden Monat zurück.

Viertes Quartal*
Die im September begonnene Korrektur an den Aktienmärkten setzte sich im Oktober zunächst bis zur Monatsmitte fort. Anschließend folgte eine überraschend schnelle Erholung, so dass zum Monatsende die bis dahin entstandenen Verluste deutlich reduziert wurden. Während Amerikas Notenbank die Wertpapierkäufe erwartungsgemäß eingestellt hat, wurden in Japan zum Monatsende die geldpolitischen Maßnahmen noch deutlich ausgeweitet. Im November setzte sich die Erholung der weltweiten Aktienmärkte aus der zweiten Oktoberhälfte fort und führte zu weiteren Kursgewinnen. Einer der Hauptgründe hierfür war der fallende Ölpreis. Günstiges Öl schlägt sich in der Regel positiv auf den Konsum nieder: Verbraucher haben mehr Geld für den Einkauf übrig, da sie weniger für das Tanken ausgeben müssen. Von fallenden Ölpreisen profitieren vor allem rohstoffarme Länder. Russland bekam den fallenden Ölpreis besonders hart zu spüren. Hinzu kamen die Sanktionen des Westens. In der Folge stürzte der russische Aktienmarkt allein im November um zehn Prozent ab. Nach Ansicht von Stubenrauch und Hölscher deuteten die Aktienmärkte in den Industrieländern auf einen überkauften Zustand hin. Mittelfristig seien die Perspektiven jedoch aussichtsreich.

Ausblick auf 2015*
„Im kommenden Jahr wird die Wirtschaft insbesondere in den USA weiter gut laufen und vermutlich dazu führen, dass die kurzfristigen Zinsen von der amerikanischen Notenbank behutsam Mitte bis Ende des Jahres angehoben werden. Gleichzeitig werden in Japan und Europa weiterhin Quantitavies Easing benötigt, um die Wirtschaft ein wenig in Gang zu bringen. Das führt weiterhin zu schwachen Währungen (YEN und Euro) und einem starken US-Dollar“, so Hölscher. Ein starker US-Dollar könnte die Gewinne insbesondere der großen amerikanischen Unternehmen belasten, sollte nach Einschätzung der Fondsmanager aber gleichzeitig positive Effekte auf Gewinne europäischer und japanischer Unternehmen haben.
„Ein weiteres Konjunkturprogramm stellt aktuell der Ölpreis dar. Niedrige Ölpreise wirken wie eine Steuersenkung, da jedes Unternehmen und jede Privatperson in irgendeiner Art und Weise Öl verbraucht. Dieser Verbrauch ist in der Regel von der Menge her einigermaßen stabil. Somit wirkt sich eine Preissenkung in jedem Fall positiv auf Unternehmensergebnisse aus und ebenso auf den Konsum, da der einzelne Bürger mehr in der Tasche hat“, erklärt Stubenrauch. Nach dessen Einschätzung profitiert die US-Volkswirtschaft noch deutlich mehr von der Ölpreisentwicklung als Europa, weil der Brennstoff in Europa viel stärker besteuert wird und somit die prozentualen Entlastungseffekte einer Preissenkung geringer ausfallen. „Von den Emerging Markets profitieren insbesondere Asien und Osteuropa vom niedrigen Ölpreis, während er für Russland, den Nahen Osten und Brasilien schädlich ist. Insgesamt erscheinen die Emerging Markets und hier insbesondere Asien aufgrund der niedrigen Bewertung attraktiv. Zwar sind die Emerging Markets in 2014 insgesamt betrachtet erneut schlechter gelaufen als die Märkte in den Industrienationen. Wir sehen dort allerdings nach wie vor Nachholbedarf“, führt Stubenrauch weiter aus.

Weniger attraktiv erachtet der Fondsmanager hingegen langlaufende Staatsanleihen. Insbesondere in den USA könnten sogar Verluste auftreten, wenn es zu kurzfristigen Zinserhöhungen komme. „Bei Bundesanleihen sehen wir dieses Risiko aktuell noch nicht. Allerdings halten wir es für riskant, ein langlaufendes Papier zu kaufen, dass mit einem Zinssatz aufwartet, der bei oder sogar unter der Inflationsrate liegt. Insgesamt ist es schwer, im Anleihesektor attraktive Investments zu finden. Am ehesten erscheinen Anleihen mit niedrigeren Bonitäten und relativ kurzer Duration interessant. Da die Konjunktur noch, wenn auch nur schleppend, bergauf geht und die Unternehmensgewinne tendenziell steigen, ist nicht mit steigenden Ausfallraten zu rechnen“, erläutert Hölscher. Für Investoren interessanter sei nach wie vor der Aktienmarkt. „Hier erscheinen asiatische Emerging Markets, Japan und Europa aussichtsreich. Die USA hingegen bieten Investoren hingegen weniger attraktive Chancen“, schließt Hölscher.

* Stand: 12. Dezember 2014

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Die Stubenrauch und Hölscher Fondsberatung GmbH berät den Dachfonds S&H Globale Märkte (WKN A0MYEG). Der Dachfonds wurde am 1.10.2007 von der Fondsgesellschaft FRANKFURT-TRUST aufgelegt. Wilfried Stubenrauch und Stefan Hölscher belegen regelmäßig vordere Plätze beim Wettbewerb zum Finanzberater des Jahres des Wirtschaftsmagazins EURuro. Mit einer Investition in den Dachfonds können jetzt alle Anleger von der erfolgreichen Anlagestrategie beider Berater profitieren.

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